Merkblatt zur Berufsausbildung
 

Einstellungsschlüssel für die Einstellung von Auszubildenden

 

Durch die aufgrund der ReNoPat-Ausbildungsverordnung festgelegte Dauer der Ausbildungszeit auf drei Jahre hat sich der Berufsbildungsausschuss mit dem von ihm festgelegten Einstellungsschlüssel befasst und beschlossen, dass bei der Berechnung der Zahl der Auszubildenden diejenigen Auszubildenden nicht mitgezählt werden sollen, die

 

a)    infolge Nichtbestehens der Abschlussprüfung ihr Ausbildungsverhältnis fortsetzen

bzw.

b)    innerhalb des nächsten Jahres nach Beginn des neuen Ausbildungsverhältnisses zur Abschlussprüfung anstehen

 

Als angemessenes Verhältnis der Zahl der Auszubildenden zur Zahl der Fachkräfte sieht der Berufsbildungsausschuss folgendes an:

 

Ein bis zwei Fachkräfte                     1 Auszubildender

drei bis vier Fachkräfte                      2 Auszubildende

fünf bis sechs Fachkräfte                  3 Auszubildende

sieben bis acht Fachkräfte                4 Auszubildende

neun bis zehn Fachkräfte                  5 Auszubildende

 

Über diesen Schlüssel hinausgehend können weitere Auszubildende bis zur Erreichung des Verhältnisses

 

eine Fachkraft zu einem Auszubildenden

 

eingestellt werden, es sei denn, der Kammer werden Umstände bekannt, die in dem betreffenden Einzelfall die Ausbildung gefährdet erscheinen lassen.

 

Darüber hinaus ist das Präsidium der Rechtsanwaltskammer Kassel befugt, weitere Ausnahmen zuzulassen, wenn die Ausbildung der Auszubildenden im Einzelfall sichergestellt zu sein scheint.

 

Ein derartiger Ausnahmeantrag ist vor Abschluss des Ausbildungsvertrages zu stellen.

 

Als Fachkraft im Sinne dieser Regelung sind der Ausbildende (d. h., der einstellende Rechtsanwalt bzw. die Rechtsanwälte einer Sozietät), der bestellte Ausbilder oder wer eine Ausbildung in einer dem Ausbildungsberuf entsprechender Fachrichtung abgeschlossen hat oder mindestens das Zweifache der Zeit, die als Ausbildungszeit vorgeschrieben ist, tätig war, in dem ausgebildet werden soll, anzusehen.

 

 

Dauer der Zusatzausbildung im Notariat nach bestandener Prüfung als Rechtsanwaltsangestellter / Rechtsanwaltsfachangestellte

 

Der Berufsbildungsausschuss hat folgendes beschlossen:

„Die Zusatzausbildung beträgt nach bestandener Prüfung als Rechtsanwaltsfachangestellter/Rechtsanwaltsfachangestellte ein Jahr. Die Leistungen der Prüfung zum Rechtsanwaltsfachangestellten/zur Rechtsanwaltsfachangestellten werden angerechnet, wenn sie nicht länger als zwei Jahre zurückliegen.“

 

Ausbildungsvergütung

 

In der Jahreshauptversammlung am 29.04.2015 wurde beschlossen, dass die Vergütungsempfehlung der Rechtsanwaltskammer Kassel mit Wirkung zum Ausbildungsbeginn Sommer 2015 wie folgt geändert wird:

           

1. Ausbildungsjahr:     400,00 € - 500,00 €

2. Ausbildungsjahr:     500,00 € - 600,00 €

3. Ausbildungsjahr:     600,00 € - 700,00 €

 

  

Hinweis für die Berechnung des Urlaubs (Mindesturlaub)

 

Bei der Berechnung spielt das jeweilige Alter der Auszubildenden zu Beginn des Kalenderjahres (01.01.16) eine Rolle; nicht das Alter bei Beginn der Ausbildung. (Zugrunde gelegt wird das Kalenderjahr.)

Vereinbart werden Werktage. Gemäß § 3 Abs. 2 des Bundesurlaubsgesetzes gelten als Werktage alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind.

Zur Erleichterung bei der Ausfüllung der Ausbildungsverträge werden folgende Beispiele aufgeführt:

Geboren in der Zeit vom 02.01.2001 bis 01.01.2002 (zu Beginn des Jahres unter 15 Jahren

Einstellung: 01.08.2016 Ende: 31.07.2019*

13 Werktage für 2016
30 Werktage für 2017
27 Werktage für 2018
25 Werktage für 2019* (Voller Urlaubsanspruch, da über halbjährige Ausbildung. Vorausgesetzt, dass das Ausbildungsverhältnis nach dem 30.06.2019 enden wird.)

__________________________________________________________________________

Geboren in der Zeit vom 02.01.2000 bis 01.01.2001 (zu Beginn des Jahres unter 16 Jahren

Einstellung: 01.08.2016 Ende: 31.07.2019*

13 Werktage für 2016
27 Werktage für 2017
25 Werktage für 2018
24 Werktage für 2019* (Voller Urlaubsanspruch, da über halbjährige Ausbildung. Vorausgesetzt, dass das Ausbildungsverhältnis nach dem 30.06.2019 enden wird)

__________________________________________________________________________


Geboren in der Zeit vom 02.01.1999 bis 01.01.2000 (zu Beginn des Jahres unter 17 Jahren

Einstellung: 01.08.2016 Ende: 31.07.2019*

11 Werktage für 2016
25 Werktage für 2017
24 Werktage für 2018
24 Werktage für 2019* (Voller Urlaubsanspruch, da über halbjährige Ausbildung. Vorausgesetzt, dass das Ausbildungsverhältnis nach dem 30.06.2019 enden wird.)

__________________________________________________________________________


Geboren in der Zeit vom 02.01.1998 bis 01.01.1999 (zu Beginn des Jahres unter 18 Jahren

Einstellung: 01.08.2016 Ende: 31.07.2019*

10 Werktage für 2016
24 Werktage für 2017
24 Werktage für 2018
24 Werktage für 2019* (Voller Urlaubsanspruch, da über halbjährige Ausbildung. Vorausgesetzt, dass das Ausbildungsverhältnis nach dem
30.06.2019 enden wird.)

__________________________________________________________________________


Alle Auszubildende, die am 01.01.2016 volljährig waren.

Einstellung: 01.08.2016 Ende: 31.07.2019*

10 Werktage für 2016
24 Werktage für 2017
24 Werktage für 2018
24 Werktage für 2019* (Voller Urlaubsanspruch, da über halbjährige Ausbildung. Vorausgesetzt, dass das Ausbildungsverhältnis nach dem
30.06.2019 enden wird.)

Bei diesen Beispielen handelt es sich um die Regelausbildungszeit. Im Übrigen verweisen wir auf das Merkblatt zum Berufsausbildungsvertrag für Rechtsanwaltsfachangestellte. 
 

 

 

 Anmeldung bei den Berufsschulen

 

Aus organisatorischen Gründen bitten die Berufsschulen, dass ihnen rechtzeitig die Einstellung von Auszubildenden mitgeteilt wird. Wir bitten, dieser Anregung zu entsprechen. Dies kann auch geschehen, bevor der Vertrag bei der Kammer eingetragen wurde.

 

 

Richtlinien für das Führen von Berichtsheften in Form von Ausbildungsnachweisen:

(Beschlüsse des Berufsbildungsausschusses der Rechtsanwaltskammer Kassel)

 

1. Das vorgeschriebene Berichtheft ist als Ausbildungsnachweis zu führen.

2. Der Ausbildungsnachweis soll helfen, die Ausbildung sinnvoll zu gestalten

    und über ihren Ablauf einen zuverlässigen Überblick zu geben.

3. Der Ausbildungsnachweis wird in Form eines wöchentlich zu erstellenden, nach Tagen  

    aufgegliederten Nachweises in sachlicher und zeitlicher Gliederung geführt.

4. Der Ausbildungsnachweis ist wöchentlich vom Auszubildenden und vom Ausbilder zu

    unterschreiben.

Beim Feldhaus Verlag können die Berichtshefte unter der Bestell-Nr. 2117.6 K angefordert werden (Postfach 73 02 40, 22122 Hamburg, Tel. 040/6794300). Alternativ können die Ausbildungsnachweise per PC geführt werden, wenn sie den Anforderungen entsprechen.