Z w i s c h e n p r ü f u n g
 
§ 28
Zweck
 
Zweck der Zwischenprüfung ist die Ermittlung des jeweiligen Ausbildungsstandes, um gegebenenfalls korrigierend auf die weitere Ausbildung einwirken zu können.
 
 
§ 29
Gegenstand
 
Gegenstand der Zwischenprüfung sind die in der Ausbildungsverordnung vom 23. November 1987 für das erste Ausbildungsjahr aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie der im Berufsschulunterricht entsprechend den Rahmenlehrplänen zu vermittelnde Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
§ 30
Durchführung
 
(1) Die Zwischenprüfung wird von den nach § 2 berufenen Prüfungsausschüssen abgenommen.
 
(2) Die Zwischenprüfung wird nur schriftlich durchgeführt. Es werden drei Arbeiten geschrieben, und zwar je eine aus dem Gebiet
 
1. Recht,
 
2. Büropraxis und –organisation,
 
3. Wirtschafts- und Sozialkunde.
 
(3) Die Aufgaben werden von dem nach § 12 bestellten Prüfungsausschuss für alle Prüfungsausschüsse verbindlich erarbeitet.
 
 
§ 31
Zeitpunkt
Die Zwischenprüfung soll nach Ablauf des ersten Ausbildungsjahres, jedoch nicht später als 18 Monate nach Beginn der Ausbildung stattfinden. Die Kammer setzt jährlich einen Termin für die Zwischenprüfung fest, der nach den Sommerferien der Berufsschule liegt; § 7 Abs. 3 gilt entsprechend.
 
§ 32
Anmeldung zur Prüfung
(1) Die Anmeldung zur Zwischenprüfung hat schriftlich in der von der Rechtsanwaltskammer Kassel bestimmten Anmeldefrist unter Verwendung des von der Rechtsanwaltskammer Kassel vorgesehenen Anmeldeformulars durch den Ausbildenden oder die Ausbildende zu erfolgen. Von dem Ausbildenden oder der Ausbildenden muss bescheinigt werden, dass der Auszubildende oder die Auszubildende die vorgeschriebenen schriftlichen Ausbildungsnachweise (Berichtshefte) ordnungsgemäß geführt hat.
 
(2) Für die Durchführung der Zwischenprüfung gelten die §§ 3, 12 Abs. 3, 18, 19 Abs. 2 und 3, 20, 21.
 
(3) Ein Rücktritt von der Zwischenprüfung ist nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes möglich.
 
 
§ 33
Bewertungsmaßstab und Prüfungsbescheinigung
 
(1) Als Bewertungsmaßstab gilt § 23 entsprechend.
 
(2) Über die Teilnahme an der Zwischenprüfung wird eine Bescheinigung ausgestellt. Sie enthält eine Bewertung der Prüfungsfächer gemäß § 23. Auf Besonderheiten kann der Prüfungsausschuss hinweisen.
 
(3) Die Bescheinigung erhalten der Auszubildende oder die Auszubildende, die gesetzlichen Vertreter, der Ausbildende oder die Ausbildende und die Berufsschule.
§ 34
Erweiterungsprüfung
 
Wer die Prüfung als Rechtsanwaltsfachangestellter/Rechtsanwaltsfachangestellte oder als Notarfachangestellter/Notarfachangestellte (auch unter einer der früheren Berufsbezeichnungen) bestanden hat, kann an einer Erweiterungsprüfung für den Beruf Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter/Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte unter den Voraussetzungen des § 9 teilnehmen.
 
Prüfungsfächer sind
 
1. Fachbezogene Informationsverarbeitung, wenn diese nicht Gegenstand der früheren Prü-
    fung war (Erreichbare Punktzahl 100)
 
    Prüfungsdauer gemäß § 14 Abs. 5
 
2. die Prüfungsfächer unter § 14 Abs. 4 soweit sie den neuen Teil des Gesamtberufes betreffen
    (Erreichbare Punktzahl jeweils 50 Punkte)
 
    Prüfungsdauer jeweils 45 Minuten
 
       3. Mündliche Prüfung
    Diese Prüfung beschränkt sich auf den neuen Teilbereich des Gesamtberufes
    (Erreichbare Punktzahl 50)
 
    Prüfungsdauer: Die Hälfte der in § 16 Abs. 3 vorgesehenen Zeit.
 
Die Erweiterungsprüfung kann nur bestanden werden, wenn in diesen Prüfungsteilen die Hälfte der für diesen Teilbereich erreichbaren Punktzahl erzielt wird. Eine Ergänzungsprüfung ist nicht möglich.
 
In den Prüfungsfächern unter Nr. 2 und 3 wird eine Gesamtnote aus der Hälfte der Punktzahl der bestandenen Prüfung und der in der Erweiterungsprüfung erzielten Punkte gebildet.
 
Sind aus der früheren Prüfung nur die Noten bekannt, so wird der mittlere Wert der einzelnen Noten aus § 23 eingesetzt.
 
 
§ 35
 
Vom Arbeitsamt geförderte Umschulungsverhältnisse
 
(1) Die Regelungen dieser Prüfungsordnung gelten auch für Umschüler oder Umschülerinnen, deren Umschulungsvertrag in das Verzeichnis der Umschulungsverhältnisse eingetragen ist.
 
(2) Der Prüfling ist auf Antrag von der Ablegung einzelner Prüfungsbestandteile von der Rechtsanwaltskammer Kassel zu befreien, wenn er eine andere vergleichbare Prüfung vor einer öffentlichen oder staatlich anerkannten Bildungseinrichtung oder vor einem staatlichen Prüfungsausschuss erfolgreich abgelegt hat und die Anmeldung zur Umschulungsprüfung innerhalb von fünf Jahren nach der Bekanntgabe des Bestehens der anderen Prüfung erfolgt.
 
(3) Die aus diesen Prüfungsteilen (Abs. 2) erzielten Noten werden als mittlerer Wert der einzelnen Noten aus § 23 eingesetzt.
 
S c h l u s s b e s t i m m u n g e n
 
§ 36
Rechtsmittel
 
Maßnahmen und Entscheidungen der Prüfungsausschüsse sowie der Rechtsanwaltskammer Kassel sind bei ihrer schriftlichen Bekanntgabe an den Prüfungsbewerber oder die Prüfungsbewerberin bzw. Prüfling mit einer Rechtsmittelbelehrung zu versehen. Diese richtet sich im einzelnen nach der Verwaltungsgerichtsordnung.
 
 
§ 37
Prüfungsunterlagen
 
Auf Antrag ist dem Prüfling gemäß § 29 HVwVfG Einsicht in seine Prüfungsunterlagen zu gewähren.
 
Die schriftlichen Prüfungsarbeiten sind zwei Jahre, die Anmeldungen und Niederschriften gemäß § 10 sind zehn Jahre aufzubewahren.
 
 
§ 38
Inkrafttreten, Genehmigung
 
Die Prüfungsordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung im Justiz-Ministerial-Blatt für Hessen in Kraft.
 
Die bisher geltende Prüfungsordnung ist weiter anzuwenden, soweit ein Anspruch auf Prüfung nach ihren Bestimmungen besteht.
 
Kassel, den 30.01.08                                                                        Der Vorstand
                                                                                          der Rechtsanwaltskammer Kassel
 
                                                                                                               Dilcher
                                                                                                             Präsident
 
 
 
Vorstehende Prüfungsordnung wurde mit Bescheid des Hessischen Ministeriums der Justiz vom 5. Mai 2008 genehmigt.
 
Die vorstehende Prüfungsordnung wird hiermit ausgefertigt.
 
Kassel, den 25. Juni 2008                                                     Rechtsanwaltskammer Kassel
 
                                                                                                              Dilcher
                                                                                                             Präsident
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